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Morgenwelt 57: Wir brauchen keine Zwangsverschickung des Geistes mehrEs reicht. Keine E-Mail mehr, kein RSS mehr in meinen Feedreader und schon gar nicht mehr Twitter oder Facebook. Manchmal wäre ich froh, so etwas sagen zu können, doch dann ist meine Neugierde doch wieder größer. Ich will einfach wissen, wie sich die neuesten Trends in Social Media entwickeln und kann auch nicht auf die Interaktionen in Twitter, Facebook, Xing und Blogs verzichten. Dazu ist es zu spät. Die Aufmerksamkeitsökomie hält mich gefangen. Dadurch sind wir Newsjunkies gezwungen mitzuerleben, wie die Informationsrevolution ihre Kinder frisst. Ein Feedback der dritten Art sozusagen. - Und dennoch einige Infoschnipsel für Sie - den Feed-Lesern dieser Morgenwelt. Mensch vs. Maschine: Was tun, wenn der Kopf mit den vielen Informationen nicht mehr mitkommt. Wir werden alle "aufgefressen" vom Internet. Frank Schirrmacher macht sich in seinem neuen Buch „Payback: Warum wir im Informationszeitalter gezwungen sind zu tun, was wir nicht tun wollen, und wie wir die Kontrolle über unser Denken zurückgewinnen.“ Gedanken darüber, wie uns das Online-Leben als Newsjunkies kulturell verändert. Einen ersten Eindruck von seinen lesenswerten Gedanken erhalten Sie im Vorabdruck von Spiegel Online:
E-Mail: Je populärer Social Networks werden, desto mehr geraten die Anbieter von E-Mail-Programmen unter Druck. Vor allem die Digital Natives nutzen lieber Facebook und Co. Kein Wunder also, dass jetzt Microsoft eine Kooperation mit dem Social Network LinkedIn verkündet. Demnach will der Redmonder Konzern die E-Mail sozialer machen. Ab der Version 2010 wird Outlook einen sogenannten Social Connector enthalten, der es ermöglichen soll, aktuelle Aktivitäten der eigenen Kontakte zu verfolgen. Das erinnert ein wenig an Facebook und Friendfeed.
Medientrends: Falls Sie bisher geglaubt haben sollten, dass die Online-Interaktivität schon alles ist, was zu erreichen war, dann sollten Sie einen Blick auf Esquire‘s Augmented Reality Ausgabe werfen. Das Magazin zeigt in seiner experimentiellen Dezember-Ausgabe, dass neue Innovationen durchaus auch den Blick auf „alte“ Medien verändern kann. Wer eine AR-Software von Esquire’s Website runterlädt und über eine Webcam verfügt, erhält davon einen guten Eindruck, wie Augmented Reality (Definition) unseren Alltag künftig verändern könnte.
Social Media ROI: Wie verdient man wirklich Geld mit Social Media? Geht das überhaupt direkt? In dieser Woche habe ich auf der FTD-Konferenz eine Diskussionsrunde mit Jochen Schmalholz, BMW Group, Felix Ahlers, Frosta, sowie Dr. Christian Hahn, Deutsche Telekom, moderieren dürfen. Direkte Gewinne erwartete niemand aus Social Media. Aber es wird als spannender Kanal gesehen, das Empfehlungsmarketing und die Kundenbindung zu verbessern. Letztlich wirkt sich das natürlich auch auf den ROI aus. Deshalb teile ich auch nicht unbedingt die Ansicht, dass es keinen Social Media ROI gibt, aber vielleicht sollte man realistische Erwartungen haben. Zunächst einmal sind Facebook, Twitter und Co. nur weitere KommunikationsiInstrumente. Nach dem ROI des Telefons fragt schließlich auch niemand mehr. Auf wunderbare Art und Weise nähert sich Socialnomics-Autor Erik Qualman dem Thema in seinem Video: Personal Branding: In der Berliner Zeitung gibt es ein lesenswertes Porträt eines digitalen Ureinwohners namens Markus Beckedahl. Darin wird erläutert, welche Bedeutung der Netzpolitik.org-Blogger innerhalb der Blogosphäre und der Politik einnimmt. Markus ist nicht nur an der Spitze der Deutschen Blogcharts zu finden, sondern spielt hierzulande in Sachen Datenschutz und Netzpolitik bereits seit längerem eine bedeutende Rolle. Targeting: Facebook bietet Unternehmen bekanntlich einige gute Möglichkeiten des Targetings verschiedener Inhalte, die nun ergänzt wurden um eine weitere sinnvolle Option: Seit wenigen Tagen ist möglich, Statusupdates seiner Fanpage (Beispiel: Eck Kommunikation) nach lokalen Kriterien zu targeten. So kann z.B. die Information über ein Event in München selektiv nur an die Nutzer versendet werden, die in Bayern wohnen. Persönlichkeit: Eine Studie der Uni Mainz untersucht den Zusammenhang zwischen Social Network Profilen und der Persönlichkeit. Die Ergebnisse werden vorerst allerdings nur in der Fachzeitschrift Psychological Science veröffentlicht. Laut der Analyse vermitteln Online-Profile tatsächlich ein sehr genaues Bild der jeweiligen Profilinhaber. Google Wave: Obwohl Google Wave sich noch in der Beta-Phase befindet, gibt es bereits erste Konferenz-Veranstalter, die das Tool ihren Besuchern zur Live-Berichterstattung zur Verfügung stellen. Warum es durchaus Vorteile gegenüber einer Twitterwall hat, kann im Referentenblog nachgelesen werden. Markenführung: Andrew McAfee schreibt in seinem Harvard Business Review-Blog über Markenführung in Zeiten des Social Web und über den damit verbundenen Kontrollverlust. >> Morgenwelt 56: Kai Dieckmann ist der wahre Bild-Blogger Klaus Eck Social Media bei vodafone: Carmen Hillebrand schildert im Social Media Club erste Erfahrungen
Das Hauptziel des Social-Media-Engagement des Konzerns: "Wir wollen uns als offenes Unternehmen präsentieren", so Hillebrand. Dabei sei man sich im Klaren, dass man über das Social Web nicht eine breite Masse ansprechen kann: "Aber wir kommen mit Influencern ins Gespräch." Deshalb sei es schwierig, den Erfolg mit Kennzahlen zu messen: "Wir arbeiten dran. Man könnte den Erfolg an der Anzahl erreichter Influencer ausdrücken." Aber eine ebenso wichtige Zielgruppe seien die 15.000 vodafone-Mitarbeiter. "Wir wollen, dass unsere Mitarbeiter davon begeistert sind und mitmachen", betont die Social-Media-Managerin. Denn: "Es ist eine Kulturänderung eines Unternehmens nötig, um in Social Media erfolgreich zu werden." Vodafone versucht, den Umgang mit Social Media "bottom up" einzuführen. Von ihrer Unternehmensspitze seien die Blogger und Twitterer noch nie zurück gepfiffen worden.
Im Sommer 2009 startete vodafone seine neue Kampagne "Es ist Deine Zeit", in der bekannte Social-Media-Nutzer als Testimonials eingesetzt wurden. Vodafone musste dafür - ab der Pressekonferenz zum Launch - viel Kritik einstecken: "Wir haben damit gerechnet, das war kalkuliertes Risiko. Aber die Heftigkeit einiger Angriffe hat uns doch überrascht." Dennoch schaltete sie alle Kritiken frei, sofern sie nicht persönlich beleidigend waren. Das wichtigste sei für sie: "Nicht überreagieren, gelassen bleiben." Ärgerlich findet sie den Vorwurf, vodafone hätte lobende Kommentare gefaked: "Daran ist definitiv nichts dran." Hillebrand macht kein Hehl daraus: vodafone habe im Social Web auch Fehler gemacht. Zum Beispiel: "Die Launch-Pressekonferenz würden wir so nicht mehr machen." Wie es funktionieren könnte? Darüber denkt sie heftig nach: "Wer eine gute Idee hat für ein geeignetes Format, ist jederzeit willkommen." Insgesamt gehörten aber Fehler dazu, Hillebrand steht dazu: "Das macht Social Media für mich aus: Sich trauen, weiter zu machen." Dem 30-minütigen Vortrag folgte eine anregende und ausgiebige Diskussion. Auch als das von Cirquent gesponserte Büffet längst eröffnet war und die Gäste des Social Media Club den Abend mit Gesprächen in der Lobby des Bayerischen Rundfunks fortsetzten, beantwortete Carmen Hillebrand noch lange geduldig zahlreiche Fragen. Die Internet World führte mit Carmen Hillebrand im Anschluss ein Video-Interview durch: "Für uns ist Twitter super": Dieser Social Media Club war die dritte und damit letzte Münchner Veranstaltung in diesem Jahr. Einige Fotos der Veranstaltung sind auf unserer Flickr-Gruppe Social Media Club München abrufbar. Uns, dem Organisationsteam, hat die Arbeit wieder sehr viel Spaß gemacht. Wir bedanken uns herzlich bei dem IT-Beratungsunternehmen Cirquent, das uns mit seinem Sponsoring in diesem Jahr bislang dreimal unterstützt hat, beim Bayerischen Rundfunk, bei virtual identity und ray sono für die Räumlichkeiten sowie bei allen Gästen für Ihre rege Teilnahme. Bis nächstes Jahr! Über die nächsten Termine des Social Media Club Münchens werden wir Sie bis Januar 2010 informieren. Am besten halten Sie sich über unsere Xing Gruppe auf dem Laufenden. Nur wer dort auch Mitglied ist, kann damit rechnen, im Januar erneut eingeladen zu werden. Doris Eichmeier Barack Obama zwitscherte zu vielWarum nur, warum hat Barack Obama das nur getan? Auf seiner China-Reise erzählte Obama beiläufig: „Ich habe nie getwittert.“ Dazu seien seine Finger zu ungeschickt. Ade politische Authentizität. Auch seine Reputation als „Barackberry“ ist dahin. Allzu groß scheint die Technologiekompetenz des Nobelpreisträgers doch nicht zu sein. Doch schon lange ist bekannt, dass er die Creme de la Creme der Internet-Branche als Berater im Wahlkampfteam hatte.
Von Obama lernen, heißt siegen lernen. Zumindest die europäischen Politiker glauben dieses und orientieren sich an seinem Vorbild. Schließlich hat der US-Präsident gezeigt, wie sich Social Media gewinnbringend einsetzen lässt. Doch diesmal sollten sie und die Unternehmen auch von Obamas Fehler lernen. Nicht wenige seiner rund 2,6 Millionen Follower dürften seine Tweets lesen, weil sie den Hauch von digitaler Nähe zum amerikanischen Staatsoberhaupt vermitteln und seine Fans ihm gerne folgen. Und nun das. Selbst wenn viele Leser nicht geglaubt haben, dass er alles selbst twittert, hätte Obama diese Illusion nicht zerstören müssen. Es gibt keinen Grund, in seiner Position alles selber zu twittern, doch wäre es glaubwürdiger, wenn er wenigstens grundsätzlich verfolgt, was in seinem Namen auf Twitter geschieht und dazu nicht auf Distanz geht. Es dient immerhin seiner persönlichen digitalen Inszenierung und wirkt sich auf die Online-Reputation deutlich aus. Wer seine eigenen Online-Aktivitäten vernachlässigt oder komplett an Dritte abgibt, verliert schnell völlig die Kontrolle über seine digitale Identität. Das kann äußerst gefährlich oder auch nur – wie in diesem Falle – peinlich sein. Falls Sie selbst nicht genügend Zeit für das Twittern, Facebooken und Bloggen haben, können Sie das durchaus an Agenturen outsourcen. Jedoch sollten Sie immer darauf achten, was in Ihrem Namen online geschieht. Idealerweise lassen Sie sich ein wenig coachen, damit Sie zumindest theoretisch und praktisch in der Lage sind, hin und wieder selbst zu twittern. Unseren Kunden empfehle ich deshalb immer, dass sie nicht von Anfang an, aber doch nach einer gewissen Zeit selbst die Kontrolle über ihre Twitterei und Facebook-Aktivitäten übernehmen sollten. Wer darauf verzichtet, gewinnt zwar einerseits viel Zeit, verliert hierbei jedoch irgendwann schlimmstenfalls seine Glaubwürdigkeit. Denn wahrhaftiges Vertrauen erzielen Sie als Politiker wie Unternehmer nur, wenn Sie sich selbst (zumindest hin und wieder) auf die digitalen Untiefen einlassen. Sie werden sich wundern, wie viel Sie darüber lernen werden. Zwar können Sie Bücher und Artikel über Twittern, Bloggen und Facebooken lesen, doch die Social Media Erfahrungen können Sie nur praktisch erwerben und dann selbst für sich nutzen. In der Kommunikation dürfen Sie sich selbstverständlich unterstützen lassen. Das heißt jedoch nicht, dass Sie auf Ghost-Twitterer immer angewiesen sind. Machen Sie sich als Unternehmen möglichst mit der Zeit lieber von (uns) Fremd-Twitterern (Agenturen) unabhängig und sammeln Sie selbst die wichtigen Erfahrungen, damit Sie gezielt Ihre Online-Reputation ausbauen können. Es genügt völlig, sich hierbei beraten und coachen zu lassen. >> Focus: Obama kann gar nicht twittern
Klaus Eck Einladung zum Social Media Club: Vodafone berichtet über seine Social-Media-Kommunikation
>> Social Media Club München - Politische Denkwege 2.0
>> Social Media Club München - TV und Verlage tun sich mit Social Media schwer Deutsche Bahn twittert für das Employer BrandingDie Deutsche Bahn AG betreibt seit einiger Zeit den Corporate-Twitter-Account @DBKarriere, um ihr eRecruiting zu unterstützen. Damit hat sie immerhin schon beinahe 1000 Follower erreicht, was für deutsche Corporate Twitter-Verhältnisse ein sehr gutes Ergebnis darstellt. Neben diesem eher informationsorientierten Service hat die Bahn vor kurzem ein weiteres Social Media Format entwickelt, das sie Twittsoap getauft hat. Es soll vor allem Aufmerksamkeit unter Schulabgängern wecken und gleichzeitig die Bahn als interessanten Ausbilder und Arbeitgeber für Ingenieure positionieren. Zu diesem Zweck hat sie zwei fiktive Charaktere entwickelt die einen Einblick in den Alltag eines Studenten im dualen Bahn-Studiengang liefern sollen. Den beiden kann jeder auf Twitter unter @DBINGa und @DBINGo folgen, außerdem gibt es für beide eine dazugehörige Facebook-Fanpage. Noch allerdings passiert an keiner der Stellen wirklich etwas. Nur alle 14 Tage sollen die beiden in einer "Twittsoap" aktiv werden. Dann allerdings, so Robindro Ullah, Referent Hochschulmarketing der DB in einem Interview auf dem Personalmarketing Blog, sollen auch Foto- und Videoinhalte genutzt werden, um Studieninteressierte für die Bahn zu begeistern.
Ob diese Employer Branding Maßnahme erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten. Momentan bin ich (noch) ein wenig skeptisch, da mir die Kampagne zuwenig informativ (im Sinne einer gewissen Relevanz) erscheint. Konsequenter wäre es beispielsweise, jeden Tag unterschiedliche DB-Studenten in die Rollen von Ingo und Inga schlüpfen zu lassen. Doch am Ende wird entscheidend sein, ob der dargebotene Content seine Zielgruppe erreicht und überzeugt. Daher werde ich die Twittsoap-Kampagne aufmerksam beobachten und wünsche der Bahn viel Erfolg damit. Denn dass Social Media sich fürs Employer Branding eignet, das ist klar. Außerdem hat mich Robindro Ullah persönlich mit seiner Begeisterung für das Projekt auf der Tweet Academy beeindrucken können. Unternehmen können ihr Profil schärfen, Einblicke in den Job geben und, ganz wichtig, bereits mit Interessenten einen engen Kontakt aufbauen. Von daher ein richtiger Schritt der Deutschen Bahn, der im Detail allerdings ein bisschen Nachjustierung gebrauchen könnte.
>> Personalmarketing Blog: DB Twittsoap - Recruitainment in Feinstform
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